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Freiwilligendienste: Von der Nische zum gesellschaftlich wertvollen Einsatzfeld

„Freiwilligendienst – Wertvolle Zeit oder billige Arbeitskraft?“ hieß das Thema beim Diakoniegespräch der Diakoniestiftung an der Saar. Ein Mitschnitt der Diskussion mit Professorin Gisela Jakob (Darmstadt) sowie Vertretern von Diakonie und Trägern ist am Freitag, 21. Juni, 19.15 Uhr, auf SR2 Kulturradio zu hören.

Freiwilligendienste wie das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) oder der Bundesfreiwilligendienst (BFD) haben sich seit den 1990er Jahren von einem Nischenbereich zu einer gesellschaftlich relevanten Größe entwickelt, sagt Professorin Dr. Gisela Jakob von der Hochschule Darmstadt. Rund 100.000 Menschen absolvierten 2017/18 einen Freiwilligendienst. 80 Prozent davon waren unter 27 Jahre. „Das sind rund zehn Prozent der Schulabgängerinnen und Schulabgänger“, erläuterte die Wissenschaftlerin beim Diakonie-Gespräch.

Haupteinsatzgebiete für Freiwillige sind Altenhilfe, Pflege sowie Jugendhilfeeinrichtungen, Kindertagesstätten und Schulen, hat Jakob erhoben. Rund 54.500 Personen absolvierten 2017/18 ein FSJ, 39.000 einen Bundesfreiwilligendienst. Den BFD können auch Personen über 27 Jahre leisten.

Für junge Menschen sei ein Freiwilligendienst ein Gewinn für die persönliche und berufliche Entwicklung. Viele ältere Arbeitslose vor allem in Ostdeutschland nutzten den BFD aber auch als Übergang in die Rente oder für einen kleinen Zuverdienst. Auch Migrantinnen und Migranten versuchten so einen Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erlangen. Der Bundesfreiwilligendienst werde damit zum Notnagel für Menschen, die keinen Zugang zum regulären Arbeitsmarkt fänden, kritisierte Jakob. Gleichzeitig bestehe auch die Gefahr, dass Freiwillige als kostengünstige Arbeitskräfte eingesetzt würden.

Matthias Schmitten, bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe (RWL) für die Freiwilligendienste zuständig, sagte, dass es nicht immer gelinge, die Freiwilligen wie vorgeschrieben arbeitsmarktneutral einzusetzen. Schmitten forderte eine bessere finanzielle Ausstattung der Freiwilligendienste durch die Bundesregierung  und eine Anerkennungskultur.

Das Diakoniegespräch wurde vom Saarländischen Rundfunk aufgezeichnet. Es wird am Freitag, 21. Juni, um 19.15 Uhr in der Reihe „Diskurs“ auf  SR2 Kulturradio gesendet.

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ekir.de / uks / 21.06.2019



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