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Der digitale Wandel ist im Schulalltag angekommen: Angelina Camphausen, Marc Pesche, Lenoks Milla und Mohamed Karrouch arbeiten am Schulzentrum in Hilden an Computern. Der digitale Wandel ist im Schulalltag angekommen: Angelina Camphausen, Marc Pesche, Lenoks Milla und Mohamed Karrouch arbeiten am Schulzentrum in Hilden an Computern.

Digitalisierung

Hilden auf dem Weg zum papierlosen Schulzentrum

Ab nächstem Jahr wird in einer ganzen Jahrgangsstufe mit Tablets am Evangelischen Schulzentrum in Hilden unterrichtet werden. Am 20. Mai 2019 wurde die neue Glasfaserleitung vorgestellt. Die Zeichen stehen auf digitalen Umbruch. Und das aus Überzeugung.

Neulich widmete sich Geschichtslehrerin Petra Kammeier mit ihrem Kurs dem Thema Renaissance und Humanismus. Während sich Mittelalter und Kulturepochen bisher längst nicht jedem Schüler und jeder Schülerin am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Hilden erschlossen, entschied sich die stellvertretende Schulleiterin in diesem Jahr, die frisch gelegten Glasfaserleitungen zu nutzen. Die Aufgabe: Die Schülerinnen und Schüler sollten auf eigene Faust, nach eigenem Gusto, mit digitaler Hilfe und selbstständig der Renaissance auf die Spur kommen.

Zwei Stunden hatten sie dafür Zeit, am Ende sollten sie dem Kurs ein zweiminütiges Video vorstellen. Was dann geschah, überrascht Petra Kammeier nicht mehr. „Die Schülerinnen und Schüler gingen sehr interessiert und motiviert an die Arbeit“, erzählt die Pädagogin. Das Ergebnis: Es entstand ein Rap-Video über den Humanismus, eine Schülerin nahm einen Vortrag auf, ein anderer bediente sich aufwändiger Animationen. „Und die Inhalte stimmten. Das Ergebnis war gut“, sagt die Lehrerin.

Tablets ab nächstem Jahr

Der digitale Wandel ist im Schulalltag am Schulzentrum in Hilden angekommen – nicht erst, seit die Landeskirche gemeinsam mit den Stadtwerken in Hilden und den Entwicklern der Strategieberatung „Micus“ für die erste von insgesamt zehn Schulen der Evangelischen Kirche im Rheinland Glasfaser ermöglicht haben. Rund 200 Computer finden sich inzwischen im Schulzentrum, zu dem die Gesamtschule, das Gymnasium und die Schule für Circuskinder gehören. Fast in jeder Klasse haben die Smartboards die Tafeln abgelöst, Nah-Distanz-Beamer wurden installiert.

Im nächsten Jahr startet die erste Tablet-Stufe. Jeder der Schüler wird dann mit einem entsprechenden Gerät ausgestattet. „Dabei müssen wir natürlich jedes Kind im Blick haben“, sagt Guido Wandrey, Schulleiter der Gesamtschule. Jeder Junge und jedes Mädchen, egal wie finanzstark die Eltern seien, habe ein „Recht auf digitale Bildung“. „Es darf keine Elitenbildung stattfinden“, betont er.

Vor allzu viel Euphorie warnt unterdessen Udo Kotthaus, Schulleiter des Gymnasiums in Hilden: „Wir dürfen nicht vergessen, bevor die Computer ins Spiel kommen, müssen die Schülerinnen und Schüler erst mal die Basisanwendungen der verschiedenen Fächer kennen und verstanden haben.“ Auch deswegen hat sich das Gymnasium dazu entschlossen, den Unterricht mit digitaler Unterstützung erst in Klasse 6 zu beginnen. Zu Beginn soll den Kindern in dem neuen Fach „Kommunikation und Präsentation“ eine erste Medienkompetenz  vermittelt werden.

Medienkonzept ständig fortschreiben

Seit zwei Jahren gibt es für jede der drei Schulen des Hildener Schulzentrums ein Medienkonzept. „Und wir entwickeln es ständig weiter“, erklärt Lehrer Martin Braukmann, Abteilungsleiter für den Bereich IT und Medien am Bonhoeffer-Gymnasium. Aufgeschlossene Lehrkräfte nehmen an Kongressen und Schulungen teil, entwickeln neue Unterrichtsreihen, stellen sich den technischen Möglichkeiten. „Und wir beziehen in diese Planungen auch die Schüler mit ein“, erklärt Braukmann. Sie dürfen ihre Ideen einbringen, pädagogische Konzepte der Zukunft mitgestalten.

„Vor 20 Jahren machten sich Schülerinnen und Schüler mit den Computern Zuhause vertraut, lernten, wie man Dateien anlegt und mit Word oder Excel umgeht“, beobachtet Braukmann, „das können viele Jugendliche heute gar nicht mehr. Heute wird vor allem gewischt.“ Und damit meint er die Bedienung von Tablets und Smartphones. „Aber wir wollen ja, dass unsere Schülerinnen und Schüler fürs Leben lernen“, sagt er dann. Computerkenntnisse und Medienkompetenz, die den Jugendlichen auch im Beruf helfen und im gesellschaftlichen Miteinander sollen erworben werden.

Digitale Schule ohne Papier

Und genau darum geht es der Schule – und der Landeskirche. „Wir stehen noch am Anfang des Weges“, sagt Otmar Scholl, Leitender Dezernent für Schulen und Internate, „aber wir wollen, dass unsere Kinder in dieser Welt klarkommen. Wir können ja nichts zurückerfinden.“ Und dabei geht es nicht nur darum, die technischen Voraussetzungen zu schaffen.

„Auch die Fragstellung im Unterricht wird sich verändern müssen“, sagt Scholl. Dann werde nicht mehr nach dem Datum des Thesenanschlags gefragt, weil das in Windeseile zu googeln ist, sondern um eine Analyse der Thesen gebeten. Dann würden nicht mehr Quadratwurzeln abgefragt, sondern mathematische Zusammenhänge in Textaufgaben untergebracht. Wenn Otmar Scholl vom digitalen Wandel an Schulen spricht, dann hat er auch die Vision einer „papierlosen Schule“. An Universitäten sei das bereits Realität, sagt Scholl. Auf die Schule ohne Plastik könne die Schule ohne Papier folgen – auch im Sinne der Schöpfungsverantwortung.

Digitales Lernen passt zum Lebensalltag Jugendlicher

Für die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe am Schulzentrum hat sich unterdessen der Schulalltag bereits komplett verändert. „In der Grundschule und auch zu Beginn am Gymnasium haben wir noch den klassischen Unterricht an der Tafel erlebt“, erzählt Angelina Camphausen (18), „davon ist nicht mehr viel übrig.“ Stattdessen begegne ihnen Technik und digitale Entwicklung bereits in jedem Fach, an jedem Tag. Einspieler, digitales Unterrichtsmaterial, Informatikkurse: „Ein krasser Unterschied zu früher“, sagt auch Marc Peschel (18) und scherzt dann gut gelaunt mit Lehrerin Petra Kammeier über technische Pannen im Unterricht. „Diese Art zu lernen, entspricht einfach den Jugendlichen und ihrer Lebenswelt“, sagt die stellvertretende Schulleiterin dann, „warum sollten wir das dann nicht nutzen?“

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ekir.de / Theresa Demski / 21.05.2019



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